Frisch auf La Réunion eingetroffen mache ich mich auf den Weg – Wanderschuhe an, ansonsten nur etwas Proviant und Wasser im Gepäck.
Es geht für mich dabei ab Hellbourg durch den wunderschönen tropischen Wald zum Trou de Fer.
Ich verzichte während meiner Wanderung bewusst auf Podcasts, Musik oder ähnliche „Unterhaltung“, die manchmal nichts als Ablenkung ist.
Mein Ziel ist ein anderes: die Natur genießen, das sehen und hören, was gerade um mich herum ist, die wunderschöne Umgebung bewusst wahrnehmen. Und es gibt so viel zu sehen: die herrliche Berglandschaft, kleine Bergdörfer, Vögel in den buntesten Farben, Wasserfälle und riesige Spinnen in mit Tau bedeckten Netzen, die in der Morgensonne glitzern.
7 Stunden später liegen etwa 18 km und 760 Höhenmeter hinter mir. Was mir hier wieder bewusst geworden ist: es kann so klärend und befreiend sein, mal nur mit sich zu sein und die Stille „auszuhalten“. Gedanken können aufsteigen und wieder gehen, der Geist kann in aller Ruhe Dinge nachverarbeiten, die sich ansonsten als unverarbeitete Emotionen anstauen. Der Körper muss mal wieder etwas leisten – nicht nur der Geist, wie sonst so häufig in meinem Alltag. Als ich wieder zurück an der Unterkunft ankomme, bin ich etwas erschöpft und gleichzeitig rundum zufrieden. Tief in mir bin ich glücklich und dankbar die Stille zu meinem Freund gemacht zu haben.




